Intern
    Gleichstellungsbüro

    Offener Brief der Sekretärinnen und Sekretäre der Universität Würzburg

    Pressetext aus Uni-Intern Ausgabe 22 vom 9. Juni 2009

    Offener Brief der Sekretariate

    Unzufrieden mit ihrer Bezahlung und ihrer Berufsbezeichnung sind Sekretärinnen und Sekretäre der Universität Würzburg. Sie wollen die „Diskrepanz zwischen real erbrachter Arbeitsleistung im universitären Büromanagement und dem derzeitigen Tabellenentgelt“ behoben sehen. So steht es in einem offenen Brief, den die Gleichstellungsbeauftragte der Universität an Politiker und Gewerkschaft geschickt hat.

    Das Berufsbild der Sekretärin im Wissenschaftsbetrieb hat sich grundlegend geändert: Zur eigentlichen Sekretariatsarbeit sind weitere Aufgaben hinzugekommen, etwa qualifizierte Sachbearbeitung, Haushalts- und Budgetplanung, Mittelakquisition und -verwaltung. Zu den neuen Aufgaben gehören auch die Vorbereitung von Personalangelegenheiten sowie Beratung und Betreuung, etwa von Studierenden.

    „Sozial kompetente, mit differenziertem Spezialwissen ausgestattete, fremdsprachlich gut ausgebildete Allround-Kräfte“ seien heute in den Hochschulsekretariaten tätig. Obwohl die Anforderungen gestiegen sind, habe sich die Vergütung nicht verbessert: „Die Belastungen sind kaum mehr zumutbar, zumal die hohen Anforderungen nicht adäquat bewertet und die erhebliche Verantwortung unterschätzt werden.“

    Ziel: Neue Eingruppierung

    Mit dem offenen Brief unterstützt Adelgunde Wolpert, als Gleichstellungsbeauftragte zuständig für das wissenschaftsunterstützende Personal der Universität, das Anliegen der in den Sekretariaten Beschäftigten. Die wollen bei den im Juni anstehenden Tarifverhandlungen zur neuen Entgeltordnung ihre Tätigkeit als „Verwaltungsassistenten/-innen im Wissenschaftsbetrieb“ als solche erkannt, neu definiert und höher eingruppiert sehen.

    Unterschriften gesammelt

    Um der Sache Nachdruck zu verleihen, liegt dem Brief eine Unterschriftenliste bei, auf der nach Angaben von Adelgunde Wolpert mehrere tausend Angehörige der Universität unterzeichnet haben. Der Brief geht unter anderem an Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, an den Wissenschaftsminister, an Landtagsabgeordnete und die Gewerkschaft Verdi. Auch bei Universitätspräsident Axel Haase hat Adelgunde Wolpert um Unterstützung geworben.

    Ähnliche Aktionen laufen an anderen Hochschulen in Bayern. Die Initiative ging von der TU München aus; ihr hat sich das „Netzwerk Sekretariat“ der Uni Würzburg angeschlossen. Dem Netzwerk gehören derzeit rund 260 Mitglieder an; Adelgunde Wolpert hat es 2006 gegründet.

    Rückmeldungen aus den Reihen der Politik


    Bisher haben mehr als die Hälfte der Angeschriebenen Ihre Rückmeldungen an das Gleichstellungsbüro gesandt; durch die Sommerpause werden jedoch noch weitere erwartet.

    In einem für Mitte November geplanten Treffen des Netzwerk Sekretariat werden diese Reaktionen vorgestellt werden. Vorab kann schon einmal ein positives Zwischenresumée gezogen werden: Unterstützung und Engagement ist allen Antworten entnehmbar.

    Fortlaufende Entwicklungen


    Am 4. Dezember 2009 wurde bei einem Gespräch mit Herrn Wissenschaftsminister Heubisch in München über die offenen Briefe der Hochschulsekretärinnen und -sekretäre diskutiert und die zahlreichen Unterschriftenlisten wurden überreicht. Auch Frau Wolpert, Gleichstellungsbeauftragte der Universität Würzburg, nahm an diesem Treffen teil.

    Ein Ergebnis dieses Treffens ist das vorliegende Schreiben des Wissenschaftsministers an Herrn Finanzminister Fahrenschon.

    Unser Kommentar aus dem hiesigen Gleichstellungsbüro zu den fortlaufenden Entwicklungen:

    "Die Schnecke Gleichstellung" bewegt sich wie auf Glatteis: ganz langsam und sehr vorsichtig. Aber wir bleiben dran und erinnern an die Verpflichtung der Umsetzung der EU-Rechte zur Entgeltgleichheit und fordern nach wie vor die Grundsätze einer gleichen Entlohnung für gleichwertige Arbeit zu schaffen.

     

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